Pandolfa

Wo?

  • Italien
  • Emilia-Romagna

Fakten




Über

Herrschaftlich, quadratisch und gleichzeitig bestechend schlicht mit 100 Fenstern bildet die italienische Villa degli spiriti („Villa of the Spirits“) das Herzstück des italienischen Weinguts PANDOLFA in Fumana di Predappio in der Emilia-Romagna. Etwa 90 Hektar des Anwesens werden bewirtschaftet und man findet hier nicht nur Wein, sondern auch Obst- und Olivenbäume, Kräuter, eine kleinere Landwirtschaft und einen prachtvoll angelegten Garten. Die Wurzeln gehen hier bis 1500 zurück und erbaut wurde die prägnante Villa zwischen 1731 und 1743. Generationen von Herrschaftsfamilien, Knechten, Künstlern, Landarbeitern, Pionieren, Soldaten und Prinzessinnen gingen hier ein und aus und hinterließen ihre Spuren. Was sie alle verband, war sicherlich ein gutes Glas Sangiovese.

Eine umfassende, aber achtsame Renovierung unter Einbeziehung örtlicher Kunsthandwerker erfuhr die Villa im und nach dem zweiten Weltkrieg. Auch das Land wurde rekultiviert und Weinberge neu angelegt. Auf PANDOLFA, das in seiner jetzigen Form auch schon wieder in vierter Generation von Weinmacher Marco Cirese geführt wird, stemmt man sich bereits seit den 70er Jahren gegen den in der Region sonst üblichen Massentrend, ist seit 2018 biozertifiziert und produziert elegante Sangiovese mit saftig-runden Tanninen und harmonischer Säure. Die Hügellandschaft (Ausläufer des Apennins) hüten einen Schatz im Untergrund: Sedimentgestein, das vom grauen, tiefen Lehm der Ebene zu kalkhaltigem, hellem Gestein, durchzogen von Mineralien und etwas Schwefel in den höheren steinigen Lagen wechselt. Auf bis zu 340 Metern Höhe sorgt nicht nur die Nähe zur Adria (50 km), sondern auch der vom Bergland in der Nacht abfallende Wind für eine gute Durchlüftung. Mit größter Lagenkenntnis, Sorgfalt und einer guten Portion Können im Weinberg und im Keller werden die Eigenheiten des jeweiligen Terroirs der sensiblen Sangiovesetraube herausgearbeitet und man kann die Eigenständigkeit der Böden und des kontinentalen Mikroklimas nicht nur sehen, sondern auch schmecken. Fast schon burgundisch – und in dieser Präzision und Eigenständigkeit sehr selten.

Die Trauben des „Pandolfo“ wachsen auf braunen Kalk-/Lehmböden und der Wein reift zu 70 Prozent im Stahltank, die restlichen 30 Prozent im großen Holzfass (50hl). Das Ergebnis ist ein dunkler, rubinroter Wein mit komplexer Struktur, sanften Tanninen und einem Bukett nach Kirsche, Süßholz, Himbeeren und Gewürzen. Der „Federico“ hingegen kommt nur mit Stahltank- und Flaschengärung aus – ein echter Preis-Genusssieger in Blindverkostungen. Die Früchte des „Pandolfo Riserva“ wachsen auf ockerfarbenen Kalk-/Lehmböden und reifen entsprechend länger – 18 Monate im Holzfass und mindestens 8 Monate auf der Flasche. Unbedingt probierenswert ist auch der weiße „Battista“, ein 100prozentiger Chardonnay Rubicone.

Einprägsam und stilvoll sind die Renaissance-Etiketten der PANDOLFO-Linie in den Farben der 50iger Jahre – alle wiederzufinden in den Farben der Villa – sie zeigen künstlerisch frei interpretiert ehemalige Bewohner des Anwesens.

PANDOLFO – das ist eine präzise Linie zu einem guten Preis aus einer wiederentdeckten, klassischen Weinregion Italiens, die auch abseits des Mainstreams Beachtung finden sollte.